Aus der Ferne betrachtet ist die Schweiz fast wie das Paradies, ein perfektes Land und das Ziel für viele europäische Auswanderer. «Swiss made» gilt als globales Gütezeichen für Qualität und Perfektion. Wir werden überall als die Nationalität mit dem «Swiss Finish» angesehen, wo alles – von den Gesetzen bis zum einzelnen Zahnrädchen – ein paar Extra-Korrekturschleifen durchlaufen muss, bevor etwas damit gemacht werden kann – wie eine deutsche Zeitung vor einiger Zeit über die Eidgenossenschaft schrieb.
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Dieses Bild hat Risse bekommen. In der Silvesternacht brach in einer Bar im Ferienort Crans-Montana ein Flammeninferno aus, bei dem 41 Menschen starben und 115 verletzt wurden. Zweieinhalb Monate später zündete sich ein randständiger Berner in einem Postauto an und riss fünf Mitmenschen mit in den Tod. Während sich die Medien mit den Katastrophen von Crans-Montana und Kerzers beschäftigen, löst ein weiteres Unglück Bestürzung aus. Im Skigebiet Engelberg ist eine Gondel abgestürzt. Dabei ist eine 61-jährige Frau aus der Region ums Leben gekommen.
Eine Gemeinde, die bei den Brandschutzkontrollen schlampt, eine Erwachsenenschutzbehörde, die das Gefahrenpotenzial eines Randständigen nicht erkennt, eine Gondel, die vom Seil springt – das alles kann man schon auch als warnendes Beispiel deuten, als ein Menetekel für die Schweiz. Das Land ist am Verlottern.