Nach dem verheerenden Brand in der Bar «Le Constellation», bei dem mindestens 40 Menschen ums Leben kamen, rücken erschütternde Details über die Verantwortlichen in den Fokus. Die Betreiber, das korsische Unternehmerpaar Jacques und Jessica Moretti, sollen den Partykeller selbst umgebaut und mit hochentzündlichem Akustikschaumstoff ausgekleidet haben – ohne ausreichend Fluchtwege oder Brandschutzmassnahmen, wie die österreichische Kronen Zeitung berichtet.
Laut Angaben der Staatsanwaltschaft entzündeten sich die Schaumstoffplatten vermutlich durch Sprühkerzen an Champagnerflaschen. Binnen Sekunden verwandelte sich der Keller in eine Feuerfalle – ein sogenannter «Flashover» liess brennbares Material explosionsartig in Flammen aufgehen. Viele Gäste erkannten die Gefahr zu spät, Panik brach aus.
Das Ehepaar Moretti hatte in einem Interview 2016 erklärt, das Lokal «fast komplett selbst renoviert» zu haben. Nun gerät das Paar unter schweren Verdacht. Der Betreiber löschte unmittelbar nach dem Unglück die Social-Media-Kanäle der Bar. Auf archivierten Bildern ist die gefährliche Schaumstoffverkleidung deutlich zu erkennen.
Jacques Moretti zeigte sich gegenüber Medien «sichtlich gezeichnet» und versprach Kooperation mit den Ermittlungsbehörden. Die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Wallis prüft derzeit eine strafrechtliche Verfolgung wegen fahrlässiger Brandstiftung, fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung.
Die Gemeinde Crans-Montana steht ebenfalls in der Kritik. Bürgermeister Nicolas Féraud konnte keine Angaben zu den Kontrollintervallen feuerpolizeilicher Inspektionen machen. Die Bar war laut Augenzeugen für ihre «laschen Einlasskontrollen» bekannt – selbst Minderjährige sollen regelmässig Zugang gehabt haben.
Die Identifizierung der Opfer gestaltet sich weiterhin schwierig – viele Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Mehrere Dutzend Überlebende kämpfen mit schweren Brandverletzungen noch um ihr Leben.