Es ist wieder einmal Elon Musk, der den Blick aufs Wesentliche lenkt, Auf seiner Plattform X hat er eine schlichte Grafik gepostet, die seine Leser inzwischen 25 Millionen Mal geteilt haben. Der Inhalt: Chinas Stromverbrauch hat sich im vergangenen Vierteljahrhundert auf 10.000 Terawattstunden verzehnfacht, der Verbrauch der USA ist in der gleichen Zeitspanne ungefähr gleich geblieben und liegt bei gut 4000 Terawattstunden. «Remember this», schreibt Musk.
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Warum? Weil es Perspektiven zurechtrückt. Ein Drittel des weltweiten Stromverbrauchs und damit auch ein Drittel der Stromerzeugung finden in China statt. Asien insgesamt verbraucht die Hälfte des weltweit erzeugten Stroms. China wiederum gelingt es, bereits so viel Strom aus Wind, Sonne, Wasser- und Atomkraft zu erzeugen, wie die USA insgesamt verbrauchen: eben rund 4000 Terawattstunden. Damit ist das Land der grösste Erzeuger sauberen Stroms.
Der explodierende Stromverbrauch ist genauso ein Zeichen ungebrochener wirtschaftlicher Dynamik der Industrie. Deutschland verzeichnet in der gleichen Zeit einen Rückgang seiner Stromproduktion von rund 600 auf 500 Terawattstunden, was hierzulande als Erfolg von Energiesparbemühungen gefeiert wird. Es ist aber auch ein untrügliches Indiz für das Verschwinden wertschöpfender Industrieproduktion.
Musks Hinweis ist damit doppelt hellsichtig: Er rückt den Strommarkt als den dynamischsten Markt in den Mittelpunkt, und er macht klar, wo die Musik spielt: eben im Osten.