China hat seine militärischen Kapazitäten für einen hypothetischen Überraschungsangriff auf Taiwan ausgeweitet. Das berichten taiwanische und amerikanische Behörden sowie Sicherheitsexperten. Die Armee der Volksrepublik sei in der Lage, «jederzeit von Friedens- auf Kriegsoperationen umzuschalten», sagte ein hochrangiger taiwanischer Militärvertreter, wie die Financial Times schreibt.
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Fortschritte zeigen sich in mehreren Bereichen: Amphibische und luftgestützte Einheiten trainieren kontinuierlich nahe den Abfahrtsorten für eine Invasion, neue Raketensysteme mit einer Reichweite von 300 Kilometern sind entlang der chinesischen Küste stationiert, und Luftstreitkräfte haben ihre Einsatzradien durch moderne Jäger wie den J-20 sowie Tankflugzeuge vom Typ Y-20 massiv erweitert.
Die Präsenz chinesischer Kriegsschiffe, vor allem der Zerstörer vom Typ 052 D, in der Nähe der für den Zugang zum Pazifik zentralen Meerengen deutet laut einem US-Verteidigungsbeamten darauf hin, dass ein «Blockade-Posten» innerhalb weniger Stunden eingenommen werden könnte. Gleichzeitig würden Helikopter auf Amphibien-Trägerschiffe wie der Typ 075 für mögliche Spezialkräfte-Einsätze vorbereitet.
Admiral Samuel Paparo, Kommandeur der US-Indopazifik-Streitkräfte, erklärte bereits im Februar, China sei «sehr nah» an dem Punkt, an dem militärische Übungen als Tarnung für einen echten Angriff dienen könnten. Präsident Xi Jinping hat laut US-Geheimdiensten bereits 2019 befohlen, bis 2027 zur Invasion fähig zu sein – ein Ziel, das laut Experten in zentralen Bereichen erreicht ist.