Die deutsche Bundespolizei richtet über zwanzig neue Stellen für Ansprechpersonen ein, die sich mit Fragen zu sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität befassen sollen. Wie aus einer Rahmenanweisung von April hervorgeht, die dem Onlineportal Nius vorliegt, sollen die neuen Posten ein «vorurteilsfreies Arbeitsumfeld» fördern und insbesondere Trans-Personen unterstützen. Jede Polizeibehörde – darunter Direktionen, Ausbildungsstellen und das Präsidium – wird mindestens eine Ansprechperson benennen.
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Die neuen Ansprechpartner sollen bis zur Hälfte ihrer regulären Arbeitszeit in Nebenfunktion für die sogenannte Vielfaltsinitiative einsetzen und «Sensibilisierung und Bewusstsein schaffen für LSBTIQ-Themen». Ihre Aufgaben umfassen Einzelberatung, Unterstützung bei Beschwerden sowie Sensibilisierungsarbeit etwa im Personalwesen oder in der Öffentlichkeitsarbeit. Ein «unmittelbares Vortragsrecht» gegenüber der Behördenleitung ist vorgesehen.
Die Bundespolizei verweist in dem Schreiben auf ihre Verpflichtung zur «Charta der Vielfalt», die sie 2021 unterzeichnet hat. Schon zuvor hatte es Ansprechpartner für «gleichgeschlechtliche Lebensweisen» gegeben, die später in «Ansprechpersonen Diversität» umbenannt wurden.
Intern stosse die neue Initiative jedoch nicht überall auf Zustimmung, schreibt Nius. Ein anonymer Bundespolizist sprach von «Geldverschwendung» und kritisierte, man solle lieber Personal für Grenzkontrollen und Streifendienste einstellen. «Wir brauchen keine Transbeauftragten, sondern Kollegen auf der Strasse, an Bahnhöfen, im Grenzgebiet.»