In der Imam-Riza-Moschee in Berlin-Neukölln ist am Sonntagabend des getöteten iranischen Religionsführers Ali Chamenei gedacht worden. Die Berliner Polizei bestätigte auf Anfrage, dass eine entsprechende Veranstaltung laufe, die man zudem beobachte.
Laut dem Tagesspiegel kursierte im Internet ein Aufruf zur Trauerzeremonie für das iranische Oberhaupt, das am Samstag bei einem israelisch-amerikanischen Angriff ums Leben gekommen sein soll. Vor dem schiitischen Gebetshaus versammelten sich zugleich Kritiker des Mullah-Regimes zu einer Gegendemonstration. Die Behörden begleiteten beide Versammlungen mit Einsatzkräften.
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Die Imam-Riza-Moschee gilt seit Jahren als Treffpunkt von schiitischen Gläubigen, viele von ihnen mit türkischem oder libanesischem Hintergrund. Sicherheitsbehörden beobachten das Umfeld nach eigenen Angaben seit längerem. In der Vergangenheit fanden dort wiederholt Trauerfeiern für ranghohe Vertreter des iranischen Machtapparats statt. Im Januar 2020 beteten Besucher für den von US-Streitkräften im Irak getöteten General Qasem Soleimani, der die Auslandseinsätze der iranischen Revolutionsgarden koordinierte.
Während in Neukölln die Trauerzeremonie für den Religionsführer Ali Chamenei lief, bezog Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner öffentlich Stellung gegen das Regime in Teheran. Auf der Plattform X schrieb er: «Keine Mauer, kein Terrorregime halten dem Freiheitswillen eines Volkes ewig stand. Der Angriff auf die Mullah-Diktatur ist eine historische Chance für einen Neuanfang. Berlin steht an der Seite der mutigen Menschen im Iran. Aus der Stadt der Freiheit für die Freiheit in Teheran!»
Zugleich feierten am Sonntag zahlreiche Exiliraner und Bundesbürger iranischer Herkunft am Brandenburger Tor den Tod Chameneis. Dort wurden iranische, amerikanische und israelische Flaggen gezeigt. Oppositionelle Gruppen und Vertreter nichtschiitischer Minderheiten werfen dem verstorbenen Staatsoberhaupt Unterdrückung und Gewalt vor. Auch in anderen europäischen Städten kam es zu ähnlichen Kundgebungen.