Der emeritierte Politik-Professor Werner J. Patzelt zählt zu den besten Kennern der deutschen Christdemokratie. Aufgewachsen im CSU-Land Bayern, trat er 1994 der CDU bei und beriet seine Partei zuletzt im sächsischen Landtagswahlkampf. Ende November sprach er mit Weltwoche-Verleger und -Chefredaktor Roger Köppel an einer öffentlichen Veranstaltung in Dresden über die politische Lage in Deutschland. Eine der wichtigsten Fragen lautet: Wie hältst du’s mit der AfD? Die CDU hat sich noch unter Angela Merkel für einen Kurs der strikten Abgrenzung entschieden, den ihr Nachfolger Friedrich Merz unbeirrt weiterführt. Eine «Brandmauer», so Merz, müsse Deutschland und die Union vor der Alternative schützen. Patzelt ist anderer Meinung. Seite 12
Stephanie Pilick / EPA
Die obersten Befehlshaber der israelischen Armee wussten es in den Stunden, Tagen und Monaten vor dem verheerenden Angriff der Hamas am 7. Oktober: Die palästinensische Terrorgruppe übt intensiv für eine grossangelegte Invasion. Hamas-Chef Yahya Sinwar sagte sogar öffentlich, dass dies sein Plan sei. Trotzdem handelte das Militär nicht. Es zog sogar Truppen von der Gaza-Front ab, weil es glaubte, dass Sinwars Warnung nur eine leere Prahlerei sei. Pierre Heumann hat recherchiert, wie dieses massive Versagen der Geheimdienste möglich war. Seite 24
Die Geschichte der Sklaverei gilt als Schandmal der westlichen Zivilisation, und der Westen wird nicht müde, sich bis heute dafür zu entschuldigen. Doch im Schatten dieser nicht enden wollenden Bussfertigkeit verbirgt sich ein nicht minder grausames Verbrechen: die Versklavung von mindestens siebzehn Millionen Afrikanern durch Araber und Muslime. Sie dauerte 1300 Jahre und ist im Grunde bis heute nicht beendet. Seite 28
Der berühmteste Philosoph der Geschichte stand vor Gericht, weil man ihm vorwarf, gegen die Götter gefrevelt zu haben und die Jugend zu verderben. Von diesem Prozess handelt die «Apologie des Sokrates», in der Platon die drei Reden wiedergibt, die sein Lehrer Sokrates vor dem Gericht hielt. Die Laienrichter des antiken Athen machten kurzen Prozess und verurteilten den Philosophen zum Tod – manchen gilt das Urteil als Justizmord. Nach der Lektüre der von Kurt Steinmann neu übersetzten «Apologie» kommt Rechtsanwalt und Literaturwissenschaftler Thomas Sprecher zu einem anderen Schluss: Sokrates’ Prozesstaktik ist eine philosophische Form des Suizids mit Hilfe des Gerichts. Er gewann dafür ewigen Nachruhm. Seite 34
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