Karin Prien, Bildungs- und Familienministerin im Kabinett Merz, hat ihren Beamten die Verwendung von Genderzeichen wie dem Sternchen oder dem Binnen-I untersagt. In einer neuen Hausanordnung wird festgelegt, dass in allen offiziellen Schreiben des Ministeriums ab sofort nach den Regeln des Rats für deutsche Rechtschreibung formuliert werden soll. Ziel sei eine adressatengerechte und klare Kommunikation.
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Die Anweisung betrifft sowohl interne als auch externe Kommunikation – also etwa E-Mails, Gesetzesentwürfe und Vermerke. Statt Formulierungen wie «Lehrer*innen» oder «LehrerInnen» soll nun wieder konsequent von «Lehrerinnen und Lehrern» die Rede sein. Damit wolle Prien, zugleich stellvertretende CDU-Vorsitzende, «inklusiv schreiben, aber eben ohne Sternchen und Binnen-I», wie sie laut der Bild-Zeitung bei einer Personalversammlung betonte.
In ihrer Begründung erklärte Prien, das Ministerium müsse «auch für all jene Politik zu machen, die zu oft und wieder zunehmend an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden». Das solle aber nicht aus ideologischer Motivation heraus geschehen, sondern sachlich begründet. An ihre Mitarbeiter appellierte sie, man solle im Hinterkopf haben, «dass wir für die Bürgerinnen und Bürger da sind.»
Das Bildungsministerium bestätigte der Bild-Zeitung die neue Anordnung. Damit folgt Prien dem Kurs mehrerer CDU-regierter Bundesländer, die Gendersprache in Behörden und Schulen zurückdrängen wollen. Unterstützt wird dieser Kurs von einem breiten Teil der CDU-Basis, die das Gendern als sprachlich sperrig und gesellschaftlich polarisierend empfindet.