Die Kampagnenorganisation Campact hat mit einer E-Mail-Aktion Unternehmen unter Druck gesetzt, ihre Mitgliedschaft im Verband der deutschen Familienunternehmer offenzulegen. Hintergrund ist der Beschluss des Verbands, das bisherige Kontaktverbot zur AfD aufzuheben. Campact forderte von 36 Unternehmen eine Bestätigung oder Zurückweisung ihrer Mitgliedschaft – andernfalls wolle man davon ausgehen, dass sie Mitglieder seien. Dies berichtet die FAZ.
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Laut Campact-Sprecherin hat die Organisation aus «Transparenzgründen» gehandelt. Ziel sei es, zu klären, «welche Unternehmen den Kurs der Verbandspräsidentin mittragen, sich gegenüber der AfD zu öffnen». Die Aktion sei Teil der Kampagne gegen Rechtsextremismus.
Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus: Fünf Unternehmen bestätigten ihre Mitgliedschaft, zwei – Rossmann und Vorwerk – erklärten ihren Austritt. Melitta zeigte sich «sehr überrascht» über die neue Verbandslinie und prüft den Verbleib.
Campact wies zurück, dass die E-Mails als Drohung zu verstehen seien, und sprach von dem Ziel einer «guten Kommunikation».