Die Mehrheit der in Pakistan lebenden Afghanen mit deutscher Aufnahmezusage hat das Angebot der Bundesregierung abgelehnt, gegen Geld auf ihre Einreise nach Deutschland zu verzichten. Von rund 700 angeschriebenen Personen hätten bis Jahresende nur 167 das Angebot angenommen, 357 lehnten es ab, wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Schahina Gambir hervorgeht. Darüber berichtete die Süddeutsche Zeitung.
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Die Bundesregierung bot den Betroffenen laut Bericht fünfstellige Geldbeträge und Sachleistungen an, um sie zu einem Ausstieg aus dem Aufnahmeprogramm zu bewegen. Es handelt sich um Afghanen, die teils seit zwei Jahren auf ihre Visa warten oder deren Einreisegenehmigungen wieder storniert wurden.
Gerichte hatten zuletzt in mehreren Fällen sofortige Einreisen angeordnet – unterstützt von der NGO «Kabul Luftbrücke». Mit Annahme der Entschädigung mussten die Afghanen auf ihre Aufnahme verzichten.
Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung sollen insgesamt rund 2300 Afghanen betroffen sein, fast die Hälfte davon darf nach einer Entscheidung der schwarz-roten Bundesregierung vom Mai 2025 nicht mehr einreisen.