Die deutsche Bundesregierung berät nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran über die Eskalation in Nahost. Regierungssprecher Stefan Kornelius teilte mit, die Regierung sei vorab über die Militärangriffe Israels informiert worden. Sie beobachte die Entwicklung genau und befinde sich in enger Abstimmung mit den europäischen Partnern. Bundeskanzler Friedrich Merz habe sich mit den Fachministern der sicherheitsrelevanten Ressorts beraten und werde im Laufe des Tages weitere Gespräche führen.
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Das Auswärtige Amt erklärte, der Krisenstab der Bundesregierung werde im Ministerium zusammentreten. Man stehe in engem und ständigem Kontakt mit den Botschaften im Iran und in Israel sowie weiteren Vertretungen in der Region. Deutsche Staatsangehörige im Iran, in Israel und der weiteren Region seien aufgerufen, sich in der Krisenvorsorgeliste «Elefand» zu registrieren. Zudem riet das Auswärtige Amt, Anweisungen lokaler Behörden zu jeweils erforderlichen Massnahmen zum Selbstschutz zu befolgen. Die Reise- und Sicherheitshinweise würden kontinuierlich aktualisiert.
Die Schweiz zeigt sich derweil «zutiefst besorgt» über die Angriffe der USA und Israels gegen den Iran. Dies teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf der Plattform X mit. Die Schweiz verlange die uneingeschränkte Einhaltung des Völkerrechts, «einschliesslich der Charta der Vereinten Nationen und des humanitären Völkerrechts», heisst es in dem Statement. «Wir rufen alle Parteien zu grösstmöglicher Zurückhaltung auf und fordern den Schutz der Zivilbevölkerung sowie der zivilen Infrastruktur», schreibt das EDA weiter. Die Schweizer Botschaft im Iran bleibe einsatzfähig. «Unsere Guten Dienste stehen den beteiligten Parteien weiterhin zur Verfügung», so das Departement. Die Schweiz vertritt seit 1980 im Rahmen eines Schutzmachtmandats die Interessen der USA im Iran.
Zuvor hatte das EDA gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitgeteilt, es habe das Botschaftspersonal in Teheran von 14 auf 10 Personen reduziert. Zudem verschärfte es die Reisewarnungen und rät neu generell von Reisen nach Israel ab.