Zwei grosse Schweizer Medienhäuser haben auf die Enthüllung der Weltwoche und des Mattino della domenica reagiert, wonach Bundesrat Ignazio Cassis 1989 als 27-Jähriger zwei Videokassetten in einer Migros-Filiale im Tessin gestohlen haben soll. Sowohl der Blick als auch 20 Minuten bestätigen zentrale Elemente der Darstellung, die ursprünglich vom Weltwoche-Autor Christoph Mörgeli veröffentlicht worden ist. Titel: «Bundesrat Langfinger: Ignazio Cassis klaute Videokassetten».
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Gemäss Blick wurde Cassis beim Diebstahl ertappt, gab sich gegenüber der Polizei fälschlich als Student aus und bezahlte die Kassetten später. Die Zeitung betont, der heutige Aussenminister habe sich nicht juristisch gegen die Veröffentlichung gewehrt. Stattdessen habe er der Weltwoche erklärt: «Es war ein Fehler, für den ich mich damals beim Geschäftsführer entschuldigt habe. Leider macht man im Leben Fehler – auch ich bin davon nicht ausgenommen.»
Auch 20 Minuten berichtet vom Vorfall und verweist auf den Polizeirapport, laut dem Cassis die gestohlenen Kassetten in seiner Tasche versteckt hatte, bevor er weitere Waren an der Kasse bezahlte. Die Zeitung beschreibt die Reaktion des Politikers ähnlich: Er habe sich für den Vorfall entschuldigt und den Fehler eingeräumt. 20 Minuten ergänzt, dass Cassis als Assistenzarzt tätig war und somit nicht von einer «Jugendsünde» gesprochen werden könne.