Im «Tagesschau»-Beitrag vom Montagabend über den ersten von zwei Konferenztagen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die Bundesrat Ignazio Cassis als Vorsitzender in St. Gallen organisiert hatte, warnte der Tessiner vor Antisemitismus, der von Europa bis Australien massiv zunehme. Cassis im Interview: «Man muss sich wirklich jetzt die Frage stellen: Wo hapert’s, wo sind die Schwierigkeiten?». Tatsächlich?
Gian Ehrenzeller/Keystone
Die wirkliche Frage wäre doch eigentlich, ob Zuwanderer aus muslimisch geprägten Ländern, die von überallher in unser Land kommen, diesen Trend verstärken. Erst vor ein paar Tagen hat ein Kosovare in Zürich Wiedikon einen jüdischen Mitbürger auf offener Strasse beschimpft, beleidigt, tätlich angegriffen und sogar verletzt. Der Täter war bereits mehrfach vorbestraft. Er liess sich derart viele Straftaten zuschulden kommen, dass er eigentlich längst hätte ausgeschafft werden müssen. Das ist aufgrund eines Behördenschlendrians aber nicht geschehen.
Ein anderer gravierender Vorfall ereignete sich vor knapp zwei Jahren. Damals stach ein 15-jähriger Schweizer mit tunesischen Wurzeln mehrfach mit einem Küchenmesser auf einen orthodoxen Juden ein. Das Opfer überlebte schwer verletzt. Der Jugendliche bekannte sich in einer Videobotschaft zum Islamischen Staat.
Ist es bloss ein Zufall, dass zwei der Angriffe, die hohe Wellen in den Medien geschlagen haben, von Personen mit einem muslimischen Hintergrund verübt worden sind? Eine Studie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW), welche die NZZ vor zirka einem Jahr zitiert hat, zeigt, dass fast 20 Prozent der jungen Muslime Aussagen zustimmen wie: «Juden haben in der Schweiz zu viel Einfluss» oder «Durch ihr Verhalten sind die Juden an ihren Verfolgungen mitschuldig.» Von den besonders frommen Muslimen seien sogar 30 Prozent dieser Meinung, so die NZZ. Und weiter: Bei christlichen oder konfessionslosen Jugendlichen seien es jeweils lediglich 6 Prozent. Die Zahlen sprechen für sich.
Allein schon die rigorose Ausschaffung von Menschen aus den Maghrebstaaten und anderen muslimischen Ländern, die nicht berechtigt sind, in der Schweiz zu sein, oder die unser Asylrecht missbrauchen, würde die Situation wohl um einiges entschärfen.
Zurück zu Bundesrat Cassis. Er erklärte, man wolle konkrete Lösungen zum steigenden Antisemitismus erarbeiten. Man darf gespannt sein, ob nebst Bildung, Sensibilisierung oder Erziehung auch etwas handfestere Massnahmen zum Tragen kommen werden.