Das Bundesasylzentrum (BAZ) in Kreuzlingen ist ein Dauerärgernis. Viele Einwohner fühlen sich deswegen nicht mehr sicher.
Von Krawallen, Gewalttätigkeiten und einer Vielzahl von Delikten ist die Rede. Der Ärger in der Gemeinde war so gross, dass der für Migration zuständige Bundesrat Beat Jans (SP) vor einem Jahr in den Thurgau reiste und der Gemeinde Kreuzlingen versprach: «Der Bund ist gewillt, seinen Beitrag für eine Lösung zu leisten.»
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Für mehr Sicherheit soll eine private Firma sorgen, die im Auftrag der Stadt regelmässig um das BAZ pattrouliert. Aber die Einwohner fühlen sich deswegen nicht sicherer.
Im Gegenteil: Das Nachrichtenmagazin «10 vor 10» des Schweizer Fernsehens hat herausgefunden, dass das Sicherheitsteam betrunkene Asylsuchende aufgriff und zurück zum Zentrum begleitete, wo man diese jedoch wegen zu viel Promille nicht hereinliess.
Der Grund: Man habe zu wenig Ressourcen, um sich um solche Fälle zu kümmern. So schlafen die Asylsuchenden gemäss Sicherheitsleuten entweder vor dem Eingang oder laufen im Quartier herum, schreien und pöbeln weiter.
Sieht so das Sicherheitspositiv des Staatssekretariates für Migration aus? Man sperrt betrunkene Asylanten vorübergehend vom Asylzentrum aus – zum Schutz der anderen Zentrumsbewohner – aber zu Lasten der Bevölkerung von Kreuzlingen?
Zum Beispiel wie im August, als am Bahnhof ein Passant mit einem Messer bedroht, ausgeraubt und verletzt wurde. Als mutmassliche Täter wurden zwei Algerier und ein Marokkaner identifiziert, sie leben laut Staatsanwaltschaft in eben diesem Asylzentrum.