Klein im Massstab, gross in der Wirkung: -Tübingen ist ein Ort, der aus seiner -Geschichte heraus immer wieder neue Wege geht. Hier wurde die DNA entdeckt, hier -experimentierte man mit RNA-Impfstoffen, hier entstanden frühe physikalische Weltversuche – und bis heute ist die Universitätsstadt, die eine lebhafte Streitkultur und innovative Kommunalpolitik pflegt, ein Ort, wo verwegene Ideen rasch Gestalt annehmen. Ob Verpackungssteuer, Solarpflicht, autofreundliche Altstadt oder massive Förderung des Radverkehrs: -Tübingen probiert aus, was andernorts als unmöglich gilt, schreibt Boris Palmer, amtierender Oberbürgermeister seit 2007. Möglich mache das die besondere Grösse der Stadt – klein genug für kurze Wege und -direkte Auseinandersetzungen, gross genug für internationale Ausstrahlung. Seite 18
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Eine gescheiterte Partnerschaft kann von Vorteil sein. Das schreibt der britisch-schweizerische Philosoph, Unternehmer und Bestsellerautor Alain de -Botton. In seinem Essay erklärt er, weshalb: Die -Kämpfe, die man durchmacht, bevor man sich trennt, machen uns zu einem bessern Partner – für die nächste Beziehung. Seite 28
Noch einmal lassen die Herbstferien aufatmen. Noch einmal lockt das Mittelmeer zur Flucht vor Nebel und Regen. Seit je zieht das türkisblaue Faszinosum ausgezehrte Seelen und Abenteurer in seinen Bann. Von hier aus setzten Eroberer die Segel, erkundeten ferne Küsten, gerieten in bittere Seenot. Bei allem Unwegsamen und Unwägbaren ist das Mittelmeer vor allem eines: Geburtsort unserer abendländischen Kultur. «Das Mittelmeer hat in der -Geschichte der menschlichen Zivilisation eine Rolle gespielt, die jede -andere Meeresregion bei weitem übertrifft», schreibt David Abulafia in seinem Monumentalwerk «Das Mittelmeer. Eine Biographie», mit dem er dem wogenden Kraftort ein episches Denkmal gesetzt hat. Urs Gehriger hat den emeritierten Cambridge-Professor und Bestsellerautor aufgesucht, um mit ihm den Mythos dieses Meeres zu ergründen. Seite 30
Fünfunddreissig Jahre nach der Wiedervereinigung steckt Deutschland in einer tiefen Verunsicherung: marode Infrastruktur, -politischer Wandel, Identitätsfragen. Doch all dies sei weniger eine Ausnahmesituation als vielmehr ein Ankommen in der europäischen Normalität, argumentiert Alexander Grau in seinem Essay. Die «gefühlte Krise» sei womöglich gar keine, sondern bloss das Ende einer Sonderrolle Deutschlands. Seite 40
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