Fünf Jahre brüteten die Parlamente in Brasília über das Gesetz, nun ist es Realität: Wer sein Haustier aus ästhetischen Gründen tätowieren oder piercen lässt, muss mit einer saftigen Strafe und der amtlichen Beschlagnahmung seines Maskottchens rechnen.
Gemäss dem Abgeordneten Fred Costa, dem Vater der Vorlage, müssen Tiere von den ästhetischen Vorlieben des Menschen bewahrt werden: «Die Freiheit, die eigene Haut zu tätowieren, bedeutet nicht, dass wir diese Entscheidung für die Tiere treffen können, die mit uns leben.»
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Weder in Deutschland noch in der Schweiz sind Tattoos oder Piercings an Tieren explizit verboten. Es gibt allerdings Gerichtsurteile, welche diese Praktiken als «unnötige Beifügung von Schmerz» unter dem Titel der Tierquälerei verbieten. Tattoos und Markierungen zur Identifizierung von Nutztieren dürfen nur unter Anästhesie vorgenommen werden.
Doch das ist nur eine Frage der Zeit. Wetten, dass eher früher als später auch bei uns ein Gesetz zur Regulierung von Tattoos und Piercing an Tieren auf die Agenda kommt? Das ist zwar reine Zeit- und Ressourcen-Verschwendung, weil es reglementiert, was de facto längst geregelt ist. Doch es gibt kaum eine billigere und effizientere Masche, Wähler zu ködern, als Tiergesetze.