Der Verband der Familienunternehmer öffnet sich erstmals für Gespräche mit der AfD. Bei einem Parlamentarischen Abend im Oktober wurden Vertreter der AfD eingeladen – ein Novum für den einflussreichen Wirtschaftsverband mit rund 6500 Mitgliedsunternehmen, wie die Zeitung Die Welt berichtet.
«Diese Brandmauer zur AfD, auch auf Bundesebene, die von den meisten Verbänden bislang aufrechterhalten wurde, hat nichts gebracht», erklärte Hauptgeschäftsführer Albrecht von der Hagen dem Portal The Pioneer. Man wolle die Positionen der Partei nun im direkten «Fachaustausch» herausfordern.
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Der wirtschaftspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Leif-Erik Holm, wertete die Einladung als Signal des Wandels: «Selbst der Verband der Familienunternehmer, der uns früher geächtet hat, lädt uns inzwischen ein.» Vor dem Hintergrund hoher Umfragewerte der AfD – aktuell zwischen 25 und 27 Prozent – scheint ein Teil der Wirtschaft auf vorsichtige Öffnung zu setzen.
Trotz der Gesprächsbereitschaft kritisiert von der Hagen Inhalte des Parteiprogramms. Die wirtschaftspolitischen Vorschläge der AfD seien «eine schiere Katastrophe». Besonders die Sozial- und Familienpolitik, die auf Hausfrauenmodelle statt Kitas setze, lehne man ab. «Das bedeutet, dass Frauen wieder an den Herd sollen», so der Verbandschef. Auch das geforderte Rentenniveau von 70 Prozent ist nach seiner Einschätzung wirtschaftlich nicht tragbar.