Die Behörden von Crans-Montana waren seit mindestens 2018 über schwerwiegende Sicherheitsmängel in der Bar «Le Constellation» informiert. Trotzdem blieb der Betrieb bis zum verheerenden Brand Anfang Januar 2026 unbehelligt. Das zeigen interne Berichte, die dem Westschweizer Fernsehen RTS vorliegen.
Demnach hatte der Sicherheitsbeauftragte der Gemeinde den damaligen Geschäftsführer Jacques Moretti bereits Anfang 2018 schriftlich aufgefordert, die Besucherzahl auf maximal hundert Personen pro Etage zu begrenzen. Zudem sollte er innerhalb von drei Monaten Angaben zu Feuerlöschern liefern und Evakuierungspläne sowie Personalschulungen vorlegen – ohne Erfolg. Auch bei einer weiteren Kontrolle im Mai 2019 seien die Mängel erneut festgestellt und erneut Fristen gesetzt worden. Danach fand keine Kontrolle mehr statt.
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Zwar wurde die Bar in den Jahren 2016, 2018 und 2019 insgesamt dreimal kontrolliert, jedoch offenbar nur oberflächlich. Die erste Kontrolle 2016 betraf laut RTS lediglich die Veranda des Lokals. Besonders brisant: Hinweise auf den später in Brand geratenen Schallschutzschaum fehlen in sämtlichen Berichten. Moretti war zudem zu keinem Zeitpunkt Eigentümer der Räumlichkeiten, sondern lediglich Geschäftsführer. In den Dokumenten ist fett hervorgehoben, dass die Verantwortung für die Sicherheit beim Betreiber liegt. Doch wer genau in der Verantwortung stand – die früheren Eigentümer oder die heutigen Betreiber – bleibt ungeklärt.
Am Dienstag wurde das Ehepaar Moretti von der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis erneut einvernommen. Bei seiner zweiten Befragung musste Moretti erstmals Fragen zum Brand selbst beantworten. Zuvor hatte man sich auf seine persönliche Situation konzentriert.