Der frühere britische Premierminister Boris Johnson hat mit einer provokanten Aussage zur internationalen Anerkennung für Aufsehen gesorgt. Taiwan habe «einen weit robusteren Anspruch auf Staatlichkeit als Palästina», erklärte Johnson laut einem Bericht des Telegraph. Er begründete dies mit klaren Grenzen und einer funktionierenden Demokratie in der Inselrepublik.
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Johnson forderte die westlichen Staaten auf, ihre diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Taiwan deutlich auszubauen. Damit positioniert sich der konservative Politiker klar gegen Pekings Anspruch auf das Gebiet – und stellt gleichzeitig die bisherige Mehrheitsmeinung in der Uno zur palästinensischen Frage in Frage.
Die Bemerkungen fielen vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen China und Taiwan sowie anhaltender Debatten über die Zweistaatenlösung im Nahen Osten. Während Taiwan zwar über eine eigene Regierung und Armee verfügt, aber international nur von wenigen Staaten offiziell anerkannt ist, wird Palästina von über 130 Ländern als Staat anerkannt – darunter seit kurzem auch Irland, Norwegen und Spanien.