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Bon voyage! Grüne-Ständerätin Vara erklärt das Fliegen zur Privatsache

Céline Vara erlebt gerade ein Shitstürmchen. Die Noch-Ständerätin und Bald-Staatsrätin aus dem Kanton Neuenburg dominiert die welschen Medien, weil sie mit ihren Kindern in den Oman in die Ferien geflogen ist.

Die Empörung ist gross, weil Vara Mitglied ist der Grünen, einer Partei, die in den letzten Jahren vor allem den Flugverkehr ins Visier genommen hat, um den Planeten zu retten.

© KEYSTONE / ANTHONY ANEX
Celine Vara, GP-NE, spricht waehrend der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 29
© KEYSTONE / ANTHONY ANEX

Zum einen wollen die Grünen das Fussvolk mit höheren Abgaben vom Fliegen abhalten. Was fällt einer Detailfachfrau ein, mit ihrem überschaubaren Ferienbudget nach Malle zu fliegen? Soll doch der Eisenleger mit dem Nachtzug zum verlängerten Party-Wochenende nach Prag statt mit der Billigairline.

Die faktische Verbotspolitik der Grünen wird zudem unterlegt mit einem moralischen Anspruch. Flugscham hat sich nicht nur als Wort, sondern auch als Gefühl in weiten Teilen der Bevölkerung durchgesetzt. Die Politik von Céline Vara und ihrer Partei reicht nicht nur in den Privatbereich, sondern bis in die Seelen der Menschen.

Vara hingegen kann die Aufregung über ihren Flug gar nicht verstehen. Sie wollte doch nur zwischen ihren vom Steuerzahler sehr gut bezahlten Ämtern im Ständerat und in der Neuenburger Regierung mal ein bisschen quality time geniessen. Den Oman habe sie ausgewählt, weil es dort schöne Meeresschildkröten zu beobachten gebe, sagte sie in einem Interview mit Arcinfo.

«Ich halte fest, dass eine grüne Frau, die ein paar Tage im Ausland Ferien macht, mehr Reaktionen auslöst als andere Reisen, die eigentlich viel umstrittener wären», sagt sie – ohne genauer darauf einzugehen, welche anderen Reisen sie damit meint. Sei’s drum.

Sie sei eigentlich davon ausgegangen, dass die Reise ihr Privatleben betreffe und deshalb eigentlich nicht von Belang sei, so die 40-Jährige weiter. Möge sie beim nächsten Mal daran denken, dass jede Abgabe, jede Regulierung, jede angebliche Präventionsmassnahme im Umweltbereich, die sie oder ihre Partei beschliessen wollen, das Privatleben von ganz vielen Menschen potenziell betrifft.

In diesem Sinn: Bon voyage!

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