Ein geopolitischer Flächenbrand frisst sich durch die Finanzmärkte am Golf: Seit Beginn des US-israelischen Kriegs gegen Iran sind an den Börsen von Dubai und Abu Dhabi rund 120 Milliarden Dollar an Wert verdampft. Das zeigt eine Datenanalyse des Nachrichtensenders Al Jazeera.
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Die Leitindizes in Dubai und Abu Dhabi sanken um etwa 16 beziehungsweise 9 Prozent. Allein in Dubai schrumpfte die Marktkapitalisierung um rund 45 Milliarden Dollar, in Abu Dhabi um weitere 75 Milliarden. Im regionalen Vergleich zählen die Emirate damit zu den am stärksten betroffenen Finanzplätzen.
Auch andere Märkte in der Region gaben nach, wenn auch weniger deutlich. In Katar und Bahrain lagen die Rückgänge bei rund 4 und 7 Prozent. Dagegen verzeichneten Börsen in Saudi-Arabien und Oman Zugewinne. In den USA fiel der Leitindex S&P 500 im gleichen Zeitraum um etwa 7 Prozent.
Als Hauptursache gilt die Eskalation im Nahost-Konflikt sowie deren Folgen für Energieversorgung und Transport. Besonders ins Gewicht fällt die faktische Schliessung der Strasse von Hormus durch Iran, was globale Energiemärkte belastet. Zudem trifft der Krieg die Rolle der Emirate als internationales Drehkreuz: Zehntausende Flüge wurden gestrichen, insbesondere über Dubai, dem weltweit verkehrsreichsten Flughafen für internationale Passagiere.
Der Tourismussektor, der rund 70 Milliarden Dollar zur Wirtschaftsleistung beiträgt und etwa 13 Prozent des Bruttoinlandprodukts ausmacht, gerät dadurch zusätzlich unter Druck. Ökonomen sprechen dennoch von einem temporären Schock. Die fundamentalen Rahmenbedingungen hätten sich nicht verändert, entscheidend bleibe das Vertrauen der Investoren.