Blackrock-Chef Larry Fink hat die «woke Ära» in der Wirtschaft als gescheitert bezeichnet und einen Kurswechsel angekündigt. In einem Interview mit dem US-Sender Fox News erklärte er, das ideologische Pendel bewege sich wieder in Richtung Pragmatismus.
Fink sagte auf die Frage nach ESG- und Diversity-Initiativen: «Ja, die Gesellschaft verändert sich, das Pendel schwingt ständig hin und her». Rückblickend fügte er hinzu: «Glaube ich, dass das Pendel vor fünf Jahren zu weit ausgeschlagen war? Ja! Ich glaube, heute sind wir pragmatischer. Ich bin auch pragmatischer.»
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Der Chef des weltgrössten Vermögensverwalters betonte zugleich, Blackrock habe nie beabsichtigt, Unternehmen politisch zu beeinflussen. «Das war nie unsere Absicht», sagte Fink. Ziel sei es vielmehr, die Interessen der Investoren umzusetzen. «Unsere Verantwortung besteht darin, sicherzustellen: Wenn einer unserer Investoren zu 100 Prozent in fossile Energieträger in Texas investieren will, investiere ich 100 Prozent des Geldes in Texas.»
Angesichts wachsender Energienachfrage, etwa durch künstliche Intelligenz, sei ein einseitiger Fokus nicht mehr tragfähig. «Aufgrund von KI und des enormen Bedarfs an Energie und Strom kann es heute nicht nur einen Weg geben», erklärte Fink. Blackrock setze daher auf einen breiteren Ansatz mit fossilen und erneuerbaren Energien.
Das Unternehmen verwaltet nach eigenen Angaben mehr als elf Billionen US-Dollar.