Binnen sechs Wochen ist der globale Kryptowährungsmarkt um rund 1,2 Billionen Dollar geschrumpft. Hauptgründe seien die wachsende Skepsis gegenüber hohen Technologie-Bewertungen und die Unsicherheit über den künftigen Zinspfad der US-Notenbank, schreibt die Financial Times. Besonders betroffen ist Bitcoin: Die weltweit grösste Kryptowährung verlor seit Anfang Oktober rund 28 Prozent an Wert und fiel auf den tiefsten Stand seit April.
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Der Absturz am 10. Oktober – intern in der Branche als «10/10» bekannt – markierte mit der Liquidierung von 20 Milliarden Dollar an gehebelten Positionen den grössten Tagesverlust in der Geschichte des Kryptomarktes. Ausgelöst wurde der Kursrutsch durch Drohungen von US-Präsident Donald Trump, massive Zölle gegen China zu verhängen. Die Verkaufswelle schwappte auch auf die Aktienmärkte in Asien über, wo etwa der Nikkei 225 und der Kospi jeweils um drei Prozent einbrachen.
Analysten sehen in der massiven Korrektur keine Marktbereinigung, sondern eine Spätfolge übermässiger Spekulation. «Investoren, die auf Pump spekuliert haben, sind besonders hart getroffen worden», erklärte David Namdar von CEA Industries. Zwar habe sich das Umfeld durch institutionelle Akzeptanz und eine freundliche US-Regulierung verbessert, doch seien alle Jahresgewinne inzwischen ausgelöscht.