Ukrainische Militärkreise schlagen Alarm: Den Truppen im Donbass droht bei Pokrowsk und Myrnohrad eine Einkesselung durch russische Einheiten. Laut einem Bericht der Zeitung Bild spitzt sich die Lage dramatisch zu – die letzten Verteidigungsstellungen stehen kurz vor dem Zusammenbruch.
Trotz offizieller Stellungnahmen, wonach die Städte gehalten würden, zeigen interne Analysen laut Bild ein anderes Bild. Demnach kontrollieren russische Truppen bereits rund 80 Prozent von Pokrowsk, während ukrainische Soldaten den Rückzug aus Myrnohrad für kaum überlebbar halten. «Selbst wenn wir einen Befehl zum Abzug bekämen, würden wir den wahrscheinlich nicht überleben. Wahrscheinlich würde niemand von uns Rodynske lebend erreichen. Wir bleiben besser in der Position und lassen uns irgendwann befreien oder gefangen nehmen», zitiert die Zeitung einen Soldaten.
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Zugleich mehren sich innerhalb des ukrainischen Sicherheitsapparats die kritischen Stimmen gegenüber Präsident Wolodymyr Selenskyj. Wie schon bei der verlustreichen Verteidigung von Bachmut 2023 wirft man ihm vor, zu lange an strategisch schwierigen Städten festzuhalten – aus militärisch wie politisch fragwürdigen Motiven. Ein Diplomat vergleicht das aktuelle Szenario mit einem sich wiederholenden Muster: «Wir verteidigen uns heldenhaft, behaupten, Russland stehe schlechter da, als es selbst sagt – und dann ziehen wir uns zurück.» Ein ranghoher Militär betonte, dass Russland «alles gerade in diese Region» schmeisse.