Während Zehntausende Berliner nach einem Terroranschlag auf das Stromnetz ohne Licht, Heizung und Energie ausharren mussten, zog sich der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) für eine Stunde zum Tennisspielen zurück – und räumte dies erst Tage später ein.
«Ja, ich war am Samstag zwischen 13 und 14 Uhr eine Stunde Tennisspielen», bestätigte Wegner in der Welt. Er habe «einfach mal den Kopf freikriegen» müssen, nachdem er ab 8 Uhr mit Behörden telefoniert habe. Er sei aber «die ganze Zeit am Handy erreichbar gewesen». Diese Erklärung steht im Widerspruch zu seiner Darstellung auf der Sonntagspressekonferenz, wo er auf Nachfrage sagte: «Zu Hause. Ich habe mich in meinem Büro zu Hause eingeschlossen.»
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Am Donnerstagmorgen wurde eine Sondersitzung der CDU-Fraktion einberufen – einziges Thema: Wegners Verhalten am Tag der Blackout-Krise. Aus der CDU heisst es, man erwarte von Wegner eine Erklärung, warum er am Sonntag nicht die Wahrheit gesagt habe. Rücktrittsforderungen sind parteiintern nicht zu erwarten – auch mangels Nachfolgekandidaten. Die nächste Wahl zum Abgeordnetenhaus steht im September an.
Von der Opposition kommt hingegen deutliche Kritik. Grünen-Fraktionschef Werner Graf warf Wegner auf X vor, während einer akuten Notlage mit 45.000 betroffenen Haushalten «Tennis gespielt» zu haben, obwohl «Menschen in Gefahr gerieten».