Nach einem massiven Stromausfall in mehreren Berliner Stadtteilen gehen die Behörden von einer politisch motivierten Tat aus. Eine linksextreme Gruppierung namens «Vulkangruppe» hat sich zu dem Anschlag bekannt, der Zehntausende Haushalte, Pflegeheime und Spitäler von der Energieversorgung abgeschnitten hat, berichtet die Financial Times.
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Der Vorfall ereignete sich am Samstagmorgen: Ein Feuer beschädigte Hochspannungsleitungen nahe einem Heizkraftwerk im Südwesten der Stadt. Die Bezirke Steglitz und Wannsee waren besonders betroffen. Rund 45.000 Haushalte verloren Strom und Heizung – mitten im Winter, bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Erst am Sonntagabend konnte für etwa 10.000 Haushalte die Versorgung wiederhergestellt werden.
Der Berliner Senat rief den Notstand aus und bat Bundeswehr und Bundespolizei um Unterstützung. Die Behörden richteten Notunterkünfte ein, statteten Turnhallen mit Feldbetten und Duschen aus.
Die Vulkangruppe hatte bereits 2024 einen Anschlag auf einen Strommast nahe der Tesla-Fabrik bei Berlin verübt, der die Produktion des Konzerns mehrere Tage lahmlegte. In einem Bericht von 2019 wurde sie von Berliner Sicherheitsbehörden als linksextrem eingestuft – mit einer Serie von Brandanschlägen auf Kabel, Funkmasten und Bahnlinien seit 2011.