Viele Bewerber bei der Berliner Polizei scheitern laut Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel bereits an grundlegenden Sprachtests. «Wir haben ein ganz erhebliches Problem der Deutschkenntnisse, ganz unabhängig von der Nationalität», sagte sie am Dienstag im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Die Bild-Zeitung berichtet.
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Schon seit Jahren beklagt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) einen schleichenden Qualitätsverlust bei Bewerbern: mangelnde Schulbildung, fehlende Attraktivität des Berufs und hohe Abbruchquoten. Jetzt bestätigt auch die Polizeichefin die Entwicklung. Rund 80 Prozent der Durchfaller bei den Computertests scheiterten laut Slowik Meisel am Deutschen.
Die Tests selbst seien nicht überfordernd und würden bewusst nicht vereinfacht, da dies die Probleme nur in die Ausbildung verlagern würde. Zwar liegt die Abbruchquote bei der Berliner Polizei unter dem Bundesdurchschnitt, doch die langfristige Entwicklung bereitet Sorge: Ein Drittel der Beamten geht bis 2030 in Pension. Gleichzeitig wurden im Vorjahr nur 936 von 1224 Ausbildungsplätzen besetzt, wie Berlins Innensenatorin Iris Spranger erklärte.
Die Berliner Polizei bietet bereits seit 2019 Nachhilfekurse in Deutsch an – aufgrund «grundsätzlicher Schwierigkeiten im sprachlichen Bereich […] bei Rechtschreibung, Zeichensetzung und beim schriftlichen Verfassen von Texten». Ob sich die Situation seitdem verbessert hat, ist laut Behörde nicht bekannt.