Nach abfälligen Bemerkungen von Kanzler Friedrich Merz über die Gastgeberstadt der Weltklimakonferenz COP30 reagiert Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva deutlich. Merz hatte sich nach seiner Rückkehr aus Belém, einer der ärmsten Metropolen Brasiliens, über die Lebensverhältnisse vor Ort despektierlich geäussert.
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Auf einem Handelskongress in Deutschland sagte der CDU-Politiker: «Ich habe einige Journalisten, die mit mir in Brasilien waren, gefragt: Wer von euch würde denn gerne hierbleiben? Da hat keiner die Hand gehoben.» Niemand sei traurig gewesen, «von diesem Ort» wieder abreisen zu müssen.
Diese Aussagen lösten in Brasilien eine Welle der Empörung aus. Lula konterte nun direkt: Merz hätte «in eine Bar gehen, dort tanzen und die lokale Küche probieren» sollen. Dann, fügte der brasilianischen Präsident an, «hätte er gemerkt, dass Berlin ihm nicht einmal 10 Prozent der Qualität bietet, die der Bundesstaat Pará und die Stadt Belém bieten». Zwar sei die Stadt arm, aber sie habe «ein so grosszügiges Volk wie kaum ein anderer Ort der Welt».
Auch die brasilianischen Medien reagierten scharf. Das Portal Diário do Centro do Mundo sprach von einem «unverschämten Vergleich», Beléms Bürgermeister warf Merz «Arroganz und Voreingenommenheit» vor. Dabei hatte sich Belém zur COP30 herausgeputzt: Strassen wurden saniert, Häuser renoviert. Trotzdem prägen Armut und Infrastrukturprobleme weiterhin das Stadtbild.