Die Deutschen empfinden ihre Gesellschaft als tief gespalten – das zeigt das neue Polarisierungsbarometer des Mercator-Forums Migration und Demokratie an der TU Dresden. Laut der repräsentativen Umfrage sehen 81,5 Prozent der Befragten eine deutliche Spaltung, nur 7 Prozent nehmen keine wahr.
JACOB SCHRÖTER / KEYSTONE
Am stärksten polarisiert das Thema Zuwanderung. Zwei Drittel sprechen sich für strengere Zuzugsregeln aus, gleichzeitig befürworten über 60 Prozent eine erleichterte Einwanderung von Fachkräften. Auch Klimaschutz und die Unterstützung der Ukraine sorgen für harte ideologische und emotionale Fronten. 41,6 Prozent der Befragten halten die Klimapolitik für unzureichend – fast genauso viele finden sie bereits zu radikal.
Beim Umgang mit sexuellen Minderheiten ist die Mehrheit für stärkere Schutzmassnahmen, doch 30 Prozent meinen, es werde übertrieben. Die Debatte um Regenbogenflaggen an öffentlichen Orten zeigt ebenfalls ein geteiltes Bild: 38,1 Prozent lehnen sie ab, 32,9 Prozent befürworten sie.