Der Sonntagsblick wirft sich lustvoll in die Schlacht und titelt: «So radikal tickt Influencer Joung Gustav wirklich». Der Beitrag wird danach von mehreren anderen Zeitungen zitiert.
Es ist der Versuch einer medialen Hinrichtung. Aus der Story eines erfolgreichen Influencers, der nach kritischen Worten über die Schweizer Asylpolitik die Migros als Partnerin verloren hat, wird eine ganz andere Geschichte: die des angeblichen Rechtsradikalen, der schon lange vom rechten Weg abgekommen sei.
Jasmin Karim für die Weltwoche
Seit Monaten verbreite Joung Gustav «rechtsextreme Verschwörungen». Als Beleg dient vor allem, dass er die These des «grossen Austauschs» transportiere, die besagt, dass eine bewusste Förderung der Migration zur Ausdünnung der eigenen Bevölkerung diene.
Dass es sich dabei um eine geplante Aktion irgendwelcher Eliten handelt, darf man gern anzweifeln. Joung Gustav hat in seinen eigenen Beiträgen allerdings nicht davon gesprochen. Sondern nur aufgezeigt, dass die Entwicklung seit langem in diese Richtung geht.
Angesichts der Geburtenrate von Schweizern und der anhaltenden Migration ins Land lassen sich problemlos Berechnungen darüber anstellen, wann die Einheimischen in der Minderheit sein werden. Ob man das für problematisch oder erstrebenswert hält, ist eine Frage der eigenen Haltung. An den Fakten ändert es nichts.
Aus einem Kritiker wie Joung Gustav einen verkappten Nazi zu machen, ist ein Manöver zur Ablenkung von wichtigeren Fragen, die über die Zukunft des Landes entscheiden. Fakten und Zahlen sind, was sie sind, unabhängig vom Absender und davon, wie weit rechts dieser angeblich steht.