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Bei «Die 100» auf ARD wird das Programm der deutschen Regierung mit La Ola gefeiert. Gegen diese Sendung war das Staatsfernsehen der DDR ein aufmüpfiges Oppositionsprogramm

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Bei «Die 100» auf ARD wird das Programm der deutschen Regierung mit La Ola gefeiert. Gegen diese Sendung war das Staatsfernsehen der DDR ein aufmüpfiges Oppositionsprogramm
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Es war keine Satire. Es war völlig ernst gemeint, was die ARD in der Show «Die 100 – was Deutschland bewegt» da zeigte. Aber es dürfte viele Bürger über Massen erheitert haben.

In dem Format wird laut Eigenbeschreibung jeweils «eine kontroverse Frage» behandelt. Dieses Mal lautete sie: «Werden wir gut regiert?»

Bei «Die 100» auf ARD wird das Programm der deutschen Regierung mit La Ola gefeiert. Gegen diese Sendung war das Staatsfernsehen der DDR ein aufmüpfiges Oppositionsprogramm

Die Autoren dieser Ausgabe dürfen stündlich mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes rechnen. Nicht einmal im Fernsehen der einstigen DDR wäre eine so unkritische Lobhudelei auf eine Regierung durchgegangen.

Die sechzig Minuten waren eine einzige Jubelzeremonie für Deutschland, die zeigen sollte: Es gibt viele Gründe, das Land zu feiern. Umrahmt war das Ganze von einem Meer aus Wimpeln in Schwarz-Rot-Gold, den so ungeliebten Farben, die sonst nirgends hängen dürfen, weil sie mittlerweile als Bekenntnis zum Faschismus gelten.

«Schlandi», eine Person in einem Federkostüm, die als «Deutschland-Maskottchen» angekündigt wurde, belieferte die Moderatorin mit Faktenblättern. Die zeigten: Deutschland ist die drittstärkste Volkswirtschaft der Welt, liegt auf Platz fünf bei den eingereichten Patenten, ist führend bei Hightech-Produkten und investiert wie verrückt in die Zukunft.

Nach jedem dieser «Super Facts», wie sie genannt wurden, löste das Studiopublikum auf Kommando eine La Ola aus. Anders als mit Freibier vor Aufnahmebeginn sind diese Bilder nicht zu erklären.

Zwischendurch befummelt die Moderatorin eine Pappfigur von Friedrich Merz, dem eine Perücke und ein Hawaii-Schmuck um den Hals aufgesetzt wurden – natürlich ebenfalls in den Deutschlandfarben. Beklagen kann sich der Kanzler über diese Darstellung schlecht. Immerhin ist die ganze Sendung aufgezogen wie eine Wahlkampfveranstaltung der Koalitionsregierung.

Dieses Intro der Peinlichkeiten dauert rund zehn Minuten, danach wird artig diskutiert. Aber nach dem orchestrierten Gruppenjubeln mag niemand mehr so richtig kritisch werden. Schliesslich will keiner die «Super Facts» in Frage stellen, laut denen Deutschland einsame Spitze ist. Auch wenn jede relevante Kennzahl das Gegenteil sagt.

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