Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Beanstandung der SRF-Sendung «Echo der Zeit»: Der Beitrag über tiefe Steuern und hohe Mieten im Kanton Schwyz wirft Fragen auf

Anhören ( 2 min ) 1.0× +
Beanstandung der SRF-Sendung «Echo der Zeit»: Der Beitrag über tiefe Steuern und hohe Mieten im Kanton Schwyz wirft Fragen auf
Beanstandung der SRF-Sendung «Echo der Zeit»: Der Beitrag über tiefe Steuern und hohe Mieten im Kanton Schwyz wirft Fragen auf
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Der Schwyzer Kantonsrat Jan Stocker (SVP) beanstandet bei der SRF-Ombudsstelle einen Beitrag in der Politsendung «Echo der Zeit» von Radio SRF. Dort wurde am 6. Februar berichtet, die tiefen Steuern seien der Haupttreiber für die steigenden Mieten im Kanton Schwyz. Als Politiker befragt wurde ausschliesslich der kantonale SP-Fraktions-Präsident; bürgerliche Stimmen oder jene der Kantonsregierung, welche die Steuerpolitik verantwortet, fehlten gänzlich. Als einziger externen Experte trat Donato Scognamiglio von der Universität Bern auf, der die SRF-These im Wesentlichen stützte. Unwidersprochen blieb so die SRF-Behauptung, Schwyz sei aufgrund der tiefen Steuern «auf dem besten Weg, ein zweites Zug zu werden».

© KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER
Das SRF Radiostudio an der Schwarztorstrasse , Produktionsort der Sendung Echo der Zeit, fotografiert am 3
© KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER

In Wahrheit ist Schwyz überhaupt kein Sonderfall, sondern Teil eines schweizweiten Trends. Haupttreiber für die steigenden Miet- und Immobilienpreise ist auch dort das Bevölkerungswachstum. Wer wie die Sendung «Echo der Zeit» dafür primär die Tiefsteuerpolitik verantwortlich macht, liegt falsch. Der entscheidende Treiber ist das überdurchschnittliche Bevölkerungswachstum: Mehr Menschen bedeuten mehr Nachfrage nach Wohnraum. Wenn die Nachfrage schneller wächst als das Angebot, steigen Preise und Mieten – unabhängig davon, ob Steuern sinken oder nicht.

Genau diese Einordnung fehlte im SRF-Beitrag «Tiefe Steuern und hohe Mieten». Der Druck auf den Wohnungsmarkt nimmt in vielen Regionen der Schweiz zu, weil unser Land seit Jahren stark wächst. In seiner Beanstandung zeigt Kantonsrat Jan Stocker auf: Der Kanton Schwyz wächst im Vergleich zur Gesamtschweiz überdurchschnittlich, baut aber ebenfalls überdurchschnittlich viel – im Schnitt rund 900 neue Wohnungen pro Jahr. Dennoch liegt die Leerwohnungsziffer seit Jahren konstant unter dem Schweizer Durchschnitt.

Je tiefer die Leerwohnungsziffer, desto knapper ist das verfügbare Angebot – die logische Folge sind steigende Mieten und Immobilienpreise. Und das seit Jahren, nicht erst seit den letztjährigen Steuerfusssenkungen. Hinzu kommt: Schwyz ist seit langem attraktiv – aufgrund seiner geografischen Lage, der Nähe zum Wirtschaftsraum Zürich, der hochwertigen Naherholungsgebiete und einer freiheitlichen Kultur.

Tiefe Steuern sind ein Faktor, erklären jedoch nicht, weshalb der Druck auf den Wohnungsmarkt schweizweit zunimmt. Wer die Debatte seriös führen will, muss beim Haupttreiber ansetzen: beim starken Bevölkerungswachstum bei gleichzeitig begrenztem Angebot.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 31.03.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.