Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE haben bei einem Einsatz in Minneapolis einen Mann erschossen. Der 37-Jährige starb kurz nach den Schüssen im Krankenhaus, wie US-Medien berichten. Es handle sich um einen weissen Einwohner der Stadt und mutmasslich um einen US-Bürger. Laut seinen Eltern arbeitete der Mann als Intensivkrankenpfleger.
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Polizeichef Brian O’Hara erklärte, der Erschossene sei ein «rechtmässiger Waffenbesitzer» gewesen und habe bislang nur wegen Verkehrsdelikten Kontakt mit Behörden gehabt. Das Heimatschutzministerium teilte mit, der Mann sei bewaffnet gewesen und habe sich dem Versuch der Beamten, ihn zu entwaffnen, «heftig widersetzt». Ein ICE-Agent habe aus Notwehr geschossen.
Nach dem Vorfall kam es zu schweren Ausschreitungen bei Demonstrationen. Augenzeugen sprachen von bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Auf sozialen Netzwerken verbreitete Videos zeigen, wie der Mann zu Boden gebracht wird, bevor mehrere Schüsse fallen.
ICE just murdered a man.
— The Green Dragon Tavern (@greendragonhq) January 24, 2026
Despite him being on the ground and ICE outnumbering him 8 to 1, they decided to shoot and kill him. pic.twitter.com/DDMaGU9G6t
Der demokratische Gouverneur Tim Walz sprach von einem «abscheulichen» Vorfall und forderte ein Ende des ICE-Einsatzes in Minnesota. Senatorin Amy Klobuchar kritisierte den ICE-Aufmarsch scharf. US-Präsident Donald Trump wies die Vorwürfe zurück und machte demokratische Lokalpolitiker für die Eskalation verantwortlich.
Die Einsätze sind Teil der verschärften Abschiebepolitik der Trump-Regierung. Seit Beginn wurden in Minnesota nach Regierungsangaben rund 3000 Menschen festgenommen.