Die Debatte um Übergriffe in Schweizer Schwimmbädern hat nun auch Basel-Stadt erreicht, berichtet die NZZ. Erstmals räumt das Erziehungsdepartement ein, dass ein Grossteil der Störenfriede aus dem benachbarten Frankreich kommt. Von 28 Hausverboten, die diesen Sommer in den Basler Gartenbädern verhängt wurden, gingen 21 an französische Adressen.
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Während die Baselbieter Polizei schon länger von «jungen Franzosen mit nordafrikanischem Hintergrund» sprach, tat sich die Stadt mit klaren Angaben schwer. Nun machte Erziehungsdirektor Mustafa Atici (SP) der Basler Zeitung deutlich: «Wir haben für unsere Werte und Regeln jahrhundertelang gekämpft. Wir können mit Menschen, die spät dazugekommen sind, nicht über diese Regeln verhandeln. Sie müssen einfach akzeptieren, was bei uns gilt.»
Die Problematik ist nicht auf die Schweiz beschränkt. Auch im jurassischen Pruntrut mussten Banlieue-Jugendliche aus Frankreich ausgeschlossen werden, worauf die Badesaison ohne grössere Störungen verlief. Deutsche Medien hatten darüber berichtet, weil ähnliche Vorfälle in Freibädern bundesweit Schlagzeilen machten. Laut Bundeskriminalamt waren 2024 fast zwei Drittel der Verdächtigen bei Sexualdelikten in Bädern keine deutschen Staatsbürger.
Dennoch tun sich Behörden oft schwer, diese Realität klar zu benennen – aus Sorge, pauschale Vorurteile zu befeuern. Kritiker warnen allerdings, dass Verschweigen nur Ressentiments verstärke. In Nordrhein-Westfalen konnte die AfD bei den Landtagswahlen ihren Stimmenanteil verdreifachen, auch im Kreis Paderborn, wo die Stadt Büren mit einer umstrittenen Präventionskampagne auf Missstände in Bädern reagiert hatte.
Die Basler Behörden ziehen nun die Lehre: Wer Diskriminierung verhindern will, muss unangenehme Wahrheiten aussprechen.