Der Schweizer Althistoriker Benjamin Straumann verhält sich antizyklisch: Während viele Akademiker seit der zweiten Wahl Donald Trumps über Amerika die Nase rümpfen, hat es den Basler nach ein paar Jahren in der Schweiz erneut in die USA gezogen. Seit diesem Sommer lehrt er wieder an der New York University, der grössten privaten Universität im Land. «Amerika ist nach wie vor ein kulturelles Vorreiter-Phänomen», sagt Straumann. Unser Reporter Benjamin Bögli bat den Professor für Alte Geschichte und politische Ideengeschichte, die Trump-Regierung aus der Sicht des Althistorikers einzuordnen, und sprach mit ihm über den unter Druck geratenen Universitätsbetrieb sowie über die Bedeutung des Attentats auf Charlie Kirk. Seite 18
Bryan Anselm/Redux/laif
Nach dem Attentat an Charlie Kirk lamentieren Mainstream-Medien, die USA seien gespalten wie noch nie. Schuld sei Donald Trump. Er versage als nationale Führungsfigur. Zu den Hauptanklägern zählt Barack Obama. «Ich möchte betonen, dass extreme Ansichten in meinem Weissen Haus keinen Platz hatten.» Dabei war es just der 44. US-Präsident, der das Land so tief zerworfen wie keiner vor ihm. Der Mann, der einst als Heiler angetreten war, hat den Aufstieg Trumps erst möglich gemacht. «Bis heute zieht er die Fäden aus dem Hintergrund, schiesst regelmässig Giftpfeile auf seine Feinde und lullt mit wohlfeilen Worten den Mainstream ein», schreibt Urs Gehriger über den Chefspalter mit der Engelszunge. Seite 32
Wir leben im Zeitalter der permanenten Kommunikation. Mails, SMS, Whatsapp- und Sprachnachrichten prägen unseren Alltag, Facebook, X und Instagram versorgen uns mit einem nie versiegenden Strom von Posts. Besser geht es uns dadurch nicht. Seit Urzeiten waren die Menschen nicht Einzelkämpfer – wir brauchen den Dialog, den direkten Austausch mit anderen wie die Luft zum Atmen. Gelungene Gespräche sind ein Schlüssel zum Lebensglück. Sie wirken beziehungsstiftend, sie bilden den sozialen Kitt, der uns wappnet gegen die grassierende Einsamkeit. Gute Gespräche bedürfen allerdings bestimmter Grundlagen, die es zu beachten gilt. Seite 34
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