Breaking News: Banksy ist ein Mensch. Er heisst Robin Gunningham. Was für ein öder Name.
Mit Rechercheteams, Datensätzen, Auswertungen – irgendwo zwischen investigativem Journalismus und True-Crime-Podcast – wurde das letzte grosse Rätsel unserer Zeit gelöst: Wer ist der Mann hinter der Schablone?
Endlich eine Antwort. Und für einen kurzen Moment fühlt es sich so an, als wäre etwas klar geworden in dieser Welt. Als hätte sich der Nebel gelichtet. Als hätten wir wieder festen Boden unter den Füssen.
Olivier Maire/Keystone
Okay, es ist nur die Identität eines Street-Art-Künstlers. Aber man nimmt, was man bekommt.
Während die geopolitische Lage unübersichtlich bleibt, die Wirtschaft schlingert und selbst einfachste Wahrheiten ins Wanken geraten, gibt es immerhin diese eine Gewissheit: Wir wissen jetzt, wer Banksy ist. Wahrscheinlich.
Dabei war die Frage nie besonders dringend. Niemand stand je vor einer Mauer und dachte: Dieses Bild würde mir jetzt mehr sagen, wenn ich bloss wüsste, wer dahintersteckt. Dringlichkeit lässt sich herstellen. Relevanz notfalls auch.
Man muss nur lange genug so tun, als hinge etwas davon ab.
Und dann kommt der grosse Moment: Enthüllung, Auflösung, Einordnung. Experten, die sagen: «Das verändert den Blick auf sein Werk.» Und man nickt kurz, bevor man weiterscrollt.
Denn natürlich verändert es nichts. Ausser eben das angenehme Gefühl, wieder einmal etwas zu wissen. Wenn auch nur etwas völlig Irrelevantes.
Banksy ist kein Geheimnis mehr. Der Rest der Welt bleibt es – wie gewohnt.