Bahrain wirft dem Iran einen Angriff auf eine Entsalzungsanlage vor und warnt vor zunehmenden Angriffen auf zivile Infrastruktur im Nahostkrieg, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Die Regierung in Manama erklärte, iranische Drohnen oder Raketen hätten eine Anlage zur Meerwasserentsalzung getroffen.
Der Angriff schüre die Sorge, dass im Konflikt zunehmend auch zivile Einrichtungen ins Visier geraten. Bahrain beherbergt die 5. Flotte der US-Marine und gehört zu den Staaten der Golfregion, die in den vergangenen Tagen wiederholt von iranischen Drohnen und Raketen angegriffen wurden. Neben Industrieanlagen wurden nach Behördenangaben auch Hotels, Häfen und Wohngebäude beschädigt. Mindestens ein Mensch kam ums Leben.
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Der Vorwurf folgt auf Berichte über einen amerikanischen Luftangriff auf eine Entsalzungsanlage im Iran. Aussenminister Abbas Araghtschi erklärte, der Angriff auf der Insel Qeschm in der Strasse von Hormus habe die Wasserversorgung von rund dreissig Dörfern beeinträchtigt. Damit hätten die USA «diesen Präzedenzfall geschaffen, nicht der Iran», sagte er.
Parallel setzen die USA und Israel ihre Angriffe auf iranische Ziele fort. In der Nacht trafen Luftschläge mehrere Öllager und eine Umschlaganlage in der Nähe von Teheran. Über der Hauptstadt stieg dichter Rauch auf, zeitweise wurde die Bevölkerung wegen der Luftverschmutzung aufgefordert, Masken zu tragen. Nach iranischen Angaben kamen dabei vier Menschen ums Leben.
Auch in anderen Teilen der Region weitet sich der Krieg aus. Israel verstärkte seine Angriffe im Libanon, wo die Zahl der Todesopfer laut Gesundheitsbehörden auf über 300 gestiegen ist. Gleichzeitig wurden in Israel erneut Luftalarme wegen Raketenangriffen ausgelöst.