Ein Bericht der Bild-Zeitung legt eine brisante Asylpanne offen: Mehr als 31.000 Afghanen wurden seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 ohne vollständige Sicherheitsüberprüfung nach Deutschland eingeflogen. Von den insgesamt 36.186 aufgenommenen Personen durch diverse humanitäre Programme – darunter Ortskräfte, Aktivisten und Kulturschaffende – durchliefen laut Bundesinnenministerium lediglich rund 4800 einen umfassenden Sicherheitscheck inklusive Interview an der deutschen Botschaft in Islamabad.
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Grund für die Lücken seien zweifelhafte Papiere wie manipulierte Geburtsurkunden und sogenannte Proxy-Pässe. Diese erschweren die Verifikation der Identität, wie interne Vermerke der Bundespolizei bestätigen. Zwischen Oktober 2021 und März 2023 deckten die Beamten dabei eine Vielzahl an Fälschungen, Identitätsmissbrauch und Schleusungen auf.
Die Programme wurden deshalb zeitweise gestoppt. Erst im Juni 2023 führte man – auf Drängen der Sicherheitsbehörden – verpflichtende Interviews ein. Doch für den Grossteil der Eingereisten kam das zu spät.
Verantwortlich für die Programme ist das Auswärtige Amt unter Leitung von Ministerin Annalena Baerbock (Grüne). Trotz früher Warnungen hielt das Ministerium an der zügigen Aufnahme fest. Dass ein Grossteil der Betroffenen nie durchleuchtet wurde, wirft nun Fragen auf: Wer genau wurde da eigentlich eingeflogen?