Der Genfer Jet d’eau wird nicht in den Farben des Iran erleuchtet. Die Services industriels de Genève (SIG) haben ein entsprechendes Gesuch der Bewegung Femme Vie Liberté Suisse abgelehnt, wie RTS berichtet. Die Organisation wollte mit der Illumination ein Zeichen der Solidarität mit den Protestierenden im Iran setzen, die seit Monaten unter gewaltsamer Repression leiden.
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«Der Jet d’eau kann aus Gründen der Neutralität nicht für politische Anliegen eingesetzt werden», erklärten die SIG auf Anfrage. Laut der Behörde gelten seit zehn Jahren klare Regeln, die in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Protokollamt festgelegt wurden. Beleuchtungen seien demnach nur für humanitäre, nicht aber für politische Zwecke erlaubt.
Die Präsidentin von Femme Vie Liberté Suisse, Mitra Sohrabi, sagte, die Aktion hätte den Menschen im Iran moralische Unterstützung gegeben und den Druck auf das Regime erhöht. Für sie sei das Anliegen weniger politisch als vielmehr menschenrechtlich motiviert.
In den vergangenen Jahren wurde der Jet d’eau mehrfach zu symbolischen Zwecken beleuchtet – etwa in Blau für den Frieden nach Beginn des Ukraine-Kriegs oder in den Farben Frankreichs nach den Anschlägen von Paris 2015. Dennoch betonen die SIG, dass solche Ausnahmen nur bei offiziell anerkannten diplomatischen oder humanitären Anlässen möglich seien.