Christoph Blocher bekräftigt im Gespräch mit dem Tages-Anzeiger seine alte Forderung: Die UBS müsse aufgespalten werden – «weil sie für die Schweiz ein nicht tragbares Risiko darstellt».
Die Grossbank sei heute noch stärker too big to fail als vor der Rettung der Credit Suisse, so der Alt-Bundesrat (SVP) und Unternehmer-Doyen. Mehr Regulierung und höheres Eigenkapital lösten das Grundproblem nicht. Blocher kritisiert, dass trotz immer neuen Aufsichtsregeln weder CS noch UBS sicherer geworden seien. Die Feinregulierung treffe vor allem kleinere Banken, während das eigentliche Risiko unangetastet bleibe.
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Aus seiner Sicht liegen die strukturellen Probleme im US-Geschäft: Schweizer Grossbanken hätten «in Amerika überhaupt nie Geld verdient» und eine risikoreiche amerikanische Bankkultur importiert. Statt seriösem Schweizer Geschäft dominiere das US-Investmentbanking inklusive exzessiver Boni.
Blocher fordert deshalb eine vollständige Aufteilung der UBS in zwei rechtlich getrennte Institute: eine UBS Schweiz und eine UBS Amerika. Den Aktionären könne man zwei Aktien geben – «eine unter schweizerischem Recht, eine unter amerikanischem».
Das Modell habe sich in der Industrie bereits bewährt. Für die Schweiz würde das Risiko sinken: «Die Schweizer haften nicht mehr für Amerika.» Für die Bank und ihre Eigentümer sei der Schritt ebenfalls vorteilhaft; erfahrungsgemäss seien zwei getrennte Firmen an der Börse mehr wert als eine grosse.
Eine Eigenkapitalerhöhung, wie sie der Bundesrat diskutiert, lehnt Blocher ab: Sie könne zwar Reserven schaffen, aber «der Tod gehört zum Leben – jedes Unternehmen kann sterben». Entscheidend sei die Liquidität: Auch 100 Prozent Eigenkapital schützten nicht vor einem bank run.
Der von der UBS geforderte public liquidity backstop ist für Blocher ein weiterer Schritt in die falsche Richtung: Staatliche Garantien führten zwangsläufig zu noch mehr Regulierung. Je mehr der Staat garantiere, desto mehr Seich verordne er.
Seine Schlussfolgerung: Nur eine Aufspaltung löse das Problem wirklich. Es gehe um das staatliche Risiko, und «wir können das bei der UBS nicht stemmen».
Anmerkung der Redaktion:
Die UBS reagierte gegenüber der Weltwoche mit dem nachfolgenden Statement: «Eine Aufsplittung der Bank würde zu einem massiven Wertverlust für alle Anspruchsgruppen der UBS führen. Die UBS hat ein einzigartiges, global diversifiziertes Geschäftsmodell mit einem vergleichsweise tiefen Risikoprofil, das sich auch in ausserordentlichen Situationen bewährt hat und als Anker der Stabilität und Prosperität dient.»