Drei Wochen nach einem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz greift der Bund zu einem ungewöhnlichen Mittel: Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, wurde eine Belohnung von einer Million Euro ausgelobt. Das bestätigte Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. «Das ist ein einmaliger Vorgang», so Spranger laut Welt. Sie könne sich nicht erinnern, «dass der Bund in so einer Grössenordnung und in so einer Situation es so gemacht hat».
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Ziel der Aktion sei es, gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt und der Bundesanwaltschaft den Vorfall aufzuklären. Am 5. Januar war eine Kabelbrücke im Berliner Südwesten in Brand gesetzt worden. Infolge des Anschlags waren 45.000 Haushalte und rund 2200 Gewerbebetriebe stundenlang ohne Strom. Zu der Tat bekannte sich die linksextreme Gruppierung «Vulkangruppe», die laut Verfassungsschutz seit 2011 in Berlin und Brandenburg aktiv ist. Ihre Anschlagsziele sind häufig Kabelschächte, Funkmasten und Datenleitungen.
Das Bekennerschreiben wurde von Verfassungsschutz, Landes- und Bundeskriminalamt als glaubwürdig eingestuft. Darin erklärten die Täter, nicht Stromausfälle, sondern die fossile Energiewirtschaft ins Visier genommen zu haben. Der Generalbundesanwalt ermittelt nun wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung, verfassungsfeindlicher Sabotage und Störung öffentlicher Betriebe.