Links ist vorbei, trompetete Friedrich Merz. Auch dies ein nonchalant gebrochenes Versprechen.
Immerhin auf das Auswärtige Amt setzten Unionisten Hoffnung. Erstmals seit fast 60 Jahren war das Ministerium wieder in CDU-Hand. Minister und Kanzler in derselben Partei. Und verkörperte Johannes Wadephul nicht knochentrockene Solidität.
Was konnte da schiefgehen? Kurze Antwort: So gut wie alles.
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Soeben demonstrierte Wadephul erneut, dass er in entscheidenden Fragen kaum von seiner irrlichternden Vorgängerin Annalena Baerbock abweicht. In Damaskus gab er zu Protokoll, dass die Rückkehr syrischer Flüchtlinge unzumutbar sei angesichts der Zerstörungen im Land.
Noch nicht lange her, da wollte er rückführen.
Während er sprach, landete in Hannover ein Flugzeug mit Afghanen. Im Mai hatte die Regierung die Praxis eigentlich gestoppt.
Wadephuls Ansage ist der vorläufige Höhepunkt einer Reihe von Worten und Taten, die alles andere als eine konservative Handschrift tragen. Warum? Weil im Auswärtigen Amt links-grüne Seilschaften die Politik bestimmen. Sie waren in den letzten 27 Jahren von roten und grünen Ministern installiert worden.
Offensichtlich schafft es Wadephul nicht, sich gegen sie durchzusetzen. Will er es überhaupt?