Knapp 48 Stunden nach dem verheerenden Gletscherabbruch im Lötschental hat Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter einen Augenschein vor Ort genommen. Man könne sich das Ausmass nicht vorstellen, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen habe, sagte Keller-Sutter an einer Medienkonferenz.
Die Finanzministerin bestätigte die finanzielle Hilfe, die die Bundesräte Martin Pfister und Albert Rösti bereits am Mittwoch angekündigt hatten. Der Bund werde die Menschen in Blatten nicht allein lassen. Umweltminister Rösti werde an der anstehenden Bundesratssitzung eine erste Auslegeordnung des Ereignisses machen.
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Trotz der klagen Zusagen blieb die Bundespräsidentin vage. Sie schien darauf bedacht zu sein, keine verfrühten Aussagen über den Umfang der Hilfe und vor allem die Töpfe der Gelder zu machen. Wie viel zahlt der Bund, wie viel der Kanton? Ein «Whatever it takes» seitens der Bundespräsidentin blieb aus. Das dürfte vor allem mit dem Verteilkampf rund um die klammen Bundesfinanzen zu tun haben.
Ebenso offen bleiben die Fragen, wie es nun weitergeht. Behörden und Stab scheinen noch nicht ganz eingespielt zu sein. Im Hintergrund rumort es. Vor allem die Einheimischen sind der Meinung, dass man zumindest mit der Suche nach der vermissten Person beginnen soll. Diese werde in einem Perimeter vermisst, der erreichbar sei. Zudem seien die Risiken dort überschaubar.
Auf dem Schuttkegel sei die Lage indes noch viel zu gefährlich, um mit den Räumungsarbeiten zu beginnen. Der Lonza-Bach suche sich seinen Weg durch die Schutt- und Gletschermassen. Bis Freitagabend stellte das Wasser keine besondere Bedrohung dar.