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Atomdebatte in München: Europas Vertrauen in den amerikanischen Schutzschirm bröckelt

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Atomdebatte in München: Europas Vertrauen in den amerikanischen Schutzschirm bröckelt
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Europas Atomdebatte gewinnt an Fahrt: Mehrere Regierungen zeigen sich offen für Gespräche über eine eigenständige nukleare Abschreckung – ergänzend zum amerikanischen Schutzschirm. Auslöser ist das schwindende Vertrauen in die Verlässlichkeit einer von Donald Trump geführten US-Regierung.

Wie Politico berichtet, signalisieren insbesondere baltische Staaten Bereitschaft zu einer neuen strategischen Diskussion. Lettlands Ministerpräsidentin sagte: «Nukleare Abschreckung kann uns neue Möglichkeiten geben. Warum nicht?». Estland schliesst Gespräche ebenfalls nicht aus, betont jedoch weiterhin die Bedeutung der Nato.

Stefan Rousseau
Britischer Premierminister Keir Starmer (links), Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz (mitte) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (rechts) an der Münchner Sicherheitskonferenz, 13. Februar 2026.
Stefan Rousseau

Hintergrund sind wiederholte Zweifel Trumps an der Beistandsklausel der Allianz sowie Forderungen nach einer stärkeren europäischen Eigenverantwortung. In München diskutierten Spitzenpolitiker offen über Optionen – von einer stärkeren Einbindung Frankreichs und Grossbritanniens bis hin zu einem möglichen «Euro-Abschreckungsmodell».

Frankreich und das Vereinigte Königreich sind die einzigen Atommächte Europas. Präsident Emmanuel Macron kündigte an, die Rolle der französischen Abschreckung neu zu «artikulieren» und europäisch zu denken. Nato-Generalsekretär Mark Rutte stellte klar, Debatten in Europa seien akzeptabel – solange sie den amerikanischen Schutzschirm nicht ersetzten.

Nicht alle Regierungen ziehen mit: Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez warnte vor einer atomaren Aufrüstung. Dennoch zeigt die Münchner Sicherheitskonferenz: Die Frage nach Europas nuklearer Eigenständigkeit ist vom Tabu zum strategischen Thema geworden.

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