Schweizer Privatbanken verzeichnen einen spürbaren Anstieg asiatischer Kundschaft, die ihre Vermögen gezielt in der Eidgenossenschaft parkiert. Laut Branchenvertretern aus Zürich wächst vor allem das Interesse von family offices und Ultra-Vermögenden aus Hongkong, Singapur und Dubai, ihre Investments nicht nur in Asien zu halten, sondern auch in der Schweiz zu buchen – samt physischem Gold in Tresoren, berichtet die Financial Times.
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«In der Vergangenheit wollten nur wenige Kunden zusätzlich in der Schweiz buchen. Jetzt fragen immer mehr explizit danach», erklärt ein Sprecher von der Bankengruppe Lombard Odier. Der Trend markiert eine Wende: Jahrzehntelang galten Hongkong und Singapur wegen ihrer Nähe als natürliche Hubs für asiatisches Vermögen. Nun wächst das Bedürfnis, geopolitische Risiken durch Diversifikation abzufedern.
Auslöser seien politische Schocks wie das Sicherheitsgesetz in Hongkong seit 2019 oder der Ukraine-Krieg, so Banker. «Die Kunden empfinden geopolitisch alles als weniger vorhersehbar», sagt ein Sprecher von Julius Bär. Für viele sei die Schweiz zur bevorzugten Buchungsdestination ausserhalb Asiens geworden.
Gemäss Boston Consulting Group verwaltete die Schweiz 2024 weltweit das meiste Offshore-Vermögen – rund 2,74 Billionen Dollar. Zwar wachsen Singapur und Hongkong schneller, doch ein Teil der dort akquirierten Vermögen fliesst zurück in die Schweiz.