Das Abschmelzen des arktischen Meereises hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren dramatisch verlangsamt. Das geht aus einer neuen Studie hervor, die im Fachjournal Geophysical Research Letters veröffentlicht wurde und auf Daten von 1979 bis heute basiert. Die Forscher sprechen von einer «statistisch nicht signifikanten Abnahme» seit 2005 – ein Befund, der in der Fachwelt für Überraschung sorgt, wie der Guardian berichtet.
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Laut Dr. Mark England, Studienleiter an der University of California, ist die Abkühlung nicht das Ergebnis sinkender Emissionen, sondern vorübergehender natürlicher Schwankungen in den Ozeanströmungen. Diese hätten den Effekt der globalen Erwärmung zeitweise kompensiert. Die Wissenschaftler warnen jedoch: Die Verlangsamung sei nur eine Atempause. In fünf bis zehn Jahren sei mit einer Beschleunigung der Schmelze zu rechnen – möglicherweise doppelt so schnell wie zuvor.
Ein Comeback des Eises bedeute der Trend nicht, betont Professorin Julienne Stroeve vom University College London: «Für jede ausgestossene Tonne CO2 verlieren wir im Schnitt 2,5 Quadratmeter Eis im September.» Auch das Volumen des Eises schrumpft – laut Messungen seit Oktober 2010 jährlich um 0,6 Zentimeter.