In Argentinien hat sich die Mittelschicht innerhalb eines Jahres um 7,7 Millionen Personen vergrössert. Das geht aus einer Auswertung der Beratungsfirma LCG auf Basis offizieller Daten des Nationalen Instituts für Statistik und Volkszählung (Indec) hervor, wie das Onlineportal Apollo News berichtet. Demnach stieg der Anteil der Bevölkerung mit mittlerem Einkommen von 23 Prozent im ersten Quartal 2024 auf 39 Prozent im gleichen Zeitraum 2025 – der höchste Wert seit 2018.
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Präsident Javier Milei führt den Aufschwung auf sein radikales Sparprogramm zurück. Seit seinem Amtsantritt im Dezember 2023 hat er Ministerien zusammengelegt, Tausende Beamtenstellen gestrichen und zahlreiche Regulierungen abgeschafft. Die Inflation, die bei Amtsantritt noch 25,5 Prozent pro Monat betrug, wurde laut offiziellen Angaben bis April 2025 auf eine Jahresrate von 47,3 Prozent gedrückt. Zudem erreichte der Staat 2024 und voraussichtlich auch 2025 einen Haushaltsüberschuss.
Die Armutsquote in städtischen Gebieten sank im ersten Quartal 2025 auf 31,6 Prozent – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr, als sie zeitweise über 50 Prozent lag. Eine Untersuchung der Universidad Torcuato Di Tella hatte bereits im Februar 2025 den niedrigsten Stand seit Oktober 2019 festgestellt.
Die Entwicklungen geben Milei Rückenwind vor den Zwischenwahlen Ende Oktober, bei denen ein grosser Teil des Kongresses neu besetzt wird. Bisher verfügt seine Partei nur über eine kleine Fraktion und ist auf Kompromisse mit der Opposition angewiesen.