Links, linker, SRG: Mehr als 75 Prozent der SRF-Journalisten stehen gemäss Eigendeklaration politisch links, Sandro Brotz dürfte mit grosser Wahrscheinlichkeit zu dieser überwältigenden Mehrheit gehören. Unvergessen das Kreuzverhör des SRF-Starjournalisten mit Thomas Aeschi.
Brotz mutierte vom Moderator zum Richter und wollte den SVP-Fraktionschef als Rassisten «verurteilen». Die Unabhängige Beschwerdeinstanz hielt später fest, dass die Redaktion die «journalistische Sorgfaltspflicht verletzt» habe. Das war vor vier Jahren, Brotz dürfte seither nicht weniger links geworden sein, dafür im Stil etwas konzilianter.
Geradezu handzahm ging der Moderator in der Abstimmungs-«Arena» vom Freitag mit SRG-Direktorin Susanne Wille um. Es ging um die SRG-Initiative, die die Zwangsgebühren pro Haushalt auf 200 Franken reduzieren und für Unternehmen abschaffen will. Brotz hat sich zwar sichtlich Mühe gegeben, sich trotz seiner naturgemässen Befangenheit objektiv zu geben – was ihm bei seiner Chefin jedoch misslang.
Brotz konfrontierte Wille mit der Weltwoche-Recherche, wonach die SRG gegenüber potenziellen Finanzinvestoren klarmachte, dass man auch bei einem Ja zur Initiative und mit einem entsprechend kleineren Budget in der Lage sein werde, den «verfassungsrechtlichen Auftrag im Rahmen der Konzession weiterhin zu erfüllen».
So steht es auf der entsprechenden Investoren-Präsentation der SRG, auf die sich die Weltwoche bei ihrer Recherche bezieht und die Brotz und sein «Arena»-Team verdankenswerterweise bei der Sendung gross eingeblendet haben, nur: Susanne Wille ging gar nicht darauf ein und wich aus.
Sie sei bei der Präsentation vor Investoren dabei gewesen und wisse, was sie gesagt habe, so Wille. Sie sei deshalb froh, «wenn ich Fakten richtigstellen kann». Doch statt einer «Richtigstellung» kamen nichtssagende Floskeln. Man habe klar gesagt, dass «eine Halbierung vom Budget» grosse finanzielle Einbussen bedeuten würde und man dann nicht mehr das gleiche Programm wie heute machen könne, sagte Wille – was ja bis heute von niemandem bestritten wird.

Dass Susanne Wille die Stimmbevölkerung davor warnt, mit einem Ja zur 200-Franken-Initiative die SRG «kaputt» zu machen, während sie hinter verschlossenen Türen gegenüber Finanzinvestoren genau das Gegenteil sagt – diesen Widerspruch in ihrer Kommunikation musste sie nicht erklären. Sandro Brotz insistierte nicht, liess seine Chefin damit davonkommen. Die kritische und objektive Distanz am Leutschenbach kann je nach Thema und Personen sehr stark variieren.