Trotz angekündigter Trennung von seiner Firma reisst die Kritik an Kulturstaatsminister Wolfram Weimer nicht ab. Der parteilose Politiker hat seine 50-Prozent-Beteiligung an der Weimer Media Group (WMG) treuhänderisch verwalten lassen – doch laut Experten bleibt der Interessenkonflikt bestehen, berichtet der öffentlich-rechtliche Rundfunksender ARD unter dem Titel «Firmenanteile auf Eis gelegt, Kritik bleibt».
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Wie Weimer gegenüber dem Deutschlandfunk erklärte, hält er sich an alle gesetzlichen Vorgaben. «Ich habe, als ich Minister wurde, die Geschäftsführertätigkeit niedergelegt», so Weimer. Tatsächlich war er jedoch bis zuletzt hälftiger Anteilseigner, schreibt die ARD. Erst jetzt hat er die Anteile an einen Treuhänder übertragen – ein Schritt, der laut Lobbycontrol nicht weit genug geht. Der Verein kritisiert, dass die Firma durch seine Ehefrau weiterhin in der Familie bleibe. Zudem bleibe Weimer wirtschaftlich der Eigentümer.
Auch in der Politik bleibt die Skepsis. Grünen-Politiker Sven Lehmann moniert offene Fragen, etwa, ob die WMG öffentliche Fördermittel erhalten habe – rund 455.000 Euro flossen zwischen 2022 und 2025 aus Bayern. Dort wurde inzwischen eine Compliance-Prüfung eingeleitet. Die AfD fordert gar Weimers Rücktritt.
Auslöser der Debatte ist der von der WMG organisierte Ludwig-Erhard-Gipfel, bei dem Spitzenpolitiker und Unternehmer zusammenkommen. Laut Recherchen des Portals Apollo News bot das Unternehmen interessierten Unternehmern bezahlte Einflussnahme an – unter anderem «Einfluss auf politische Entscheidungsträger» und «öffentliche Meinungsbildung» für bis zu 80.000 Euro netto. Weimer selbst spricht von einer Kampagne gegen ihn.