Ja, es klingt wie ein Aprilscherz im November. Nein, es sind keine Fake News: Alain Berset wird am 15. November die Ehrendoktorwürde der Universität Freiburg (Schweiz) verliehen bekommen.
Die Begründung der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Fakultät, die ihm den Titel verleiht, treibt die Realsatire auf die Spitze: Der Alt-Bundesrat und aktuelle Generalsekretär des Europarates werde «für seinen engen Austausch mit den Naturwissenschaften und der Medizin während der Covid-19-Pandemie ausgezeichnet». Dadurch fördere er «eine intensive und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Politik und Forschung», lobt ihn die Fakultät.
Berset sei ein «Brückenbauer zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft». Er habe «den Dialog gestärkt und die evidenzbasierte Entscheidungsfindung vorangetrieben». Seine «Bedeutung als prominenter Politiker mit internationaler Ausstrahlung» verkörpere zudem «in besonderer Weise den europäischen und internationalen Schwerpunkt der Universität Freiburg».
Fehlt nur noch, dass die Universität Bersets «engen Austausch» mit den Medien, insbesondere mit dem Ringier-Konzern und dessen Chef Marc Walder, herausstreicht.
Offensichtlich ist die Kunde von Bersets Impflüge noch immer nicht bis in Üechtland und in die Mathematisch-Naturwissenschaftliche und Medizinische Fakultät vorgedrungen. «Mit dem Zertifikat kann man zeigen, dass man nicht ansteckend ist», hatte Berset bekanntlich noch zu einem Zeitpunkt behauptet, als selbst sein eigenes Bundesamt für Gesundheit längst festgestellt hatte, dass die Impfung nicht vor Ansteckung schützt.
Als «wirksam und sicher» hatte Berset die Impfung, die ja gar keine Impfung ist, bis zum bitteren Ende angepriesen. Wenn das «evidenzbasiert» ist, dann ist es die Evidenz eines Pinocchios.